Sehr geehrte Damen und Herren,
 

Wichtige steuerliche Änderungen in 2021 im kurzen Überblick:
 

> Degressive Abschreibung wird wieder eingeführt: In den Jahren 2020 und 2021 angeschaffte bewegliche Wirtschaftsgüter können mit bis zu dem Zweieinhalbfachen der linearen AfA abgeschrieben werden.

> Weitere steuerfreie Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld und zusätzliche steuerfreie Sonderleistungen als Corona-Bonus.

> Stärkung des Ehrenamts durch Anhebung der steuerfreien Übungsleiterpauschale (von 2.400 auf 3.000 Euro), Ehrenamtspauschale (720 auf 840 Euro) und einen vereinfachten Spendennachweis (bis 300 Euro).

> Verbesserungen für sog. Home-Office, bei verbilligter Vermietung von Wohnungen.
 

Gegenüber der Dt. Presseagentur warnt der Chef des Verbands der Insolvenzverwalter, Christoph Nierling, eindringlich davor, dass sich Unternehmer in der aktuellen Coronakrise trotz Ausnahmen bei der Insolvenzantragspflicht unwissentlich strafbar machen. Bei vielen sei noch nicht angekommen, dass sie „Gefahr laufen, in die Haftung zu rutschen, wenn die staatlichen Hilfen nicht ausreichen oder sie nicht unter die Ausnahmeregeln fallen“.
 

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung wegen der nicht absehbaren negativen Folgen die Pflicht, Insolvenz anzumelden, für alle ausgesetzt. Wer zahlungsunfähig ist, muss seit Oktober 2020 wieder den Gang zum Gericht antreten. Für überschuldete Firmen gilt das seit Jahresanfang 2021. Über Ausnahmen informiert das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz auf ihrer Homepage:
 

„Für den Monat Januar 2021 wird die Insolvenzantragspflicht für Geschäftsleiter von Unternehmen ausgesetzt, die aufgrund eines gestellten Antrags einen Anspruch auf die Gewährung finanzieller Hilfeleistungen im Rahmen staatlicher Hilfsprogramme zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie (sog. November- und Dezemberhilfen) haben“. Das Ministerium weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass „die Insolvenzantragspflicht nicht ausgesetzt ist, wenn offensichtlich keine Aussicht auf Erlangung der Hilfeleistung besteht oder die erlangbare Hilfeleistung für die Beseitigung der Insolvenzreife unzureichend ist“.
 

Zur Vermeidung von strafrechtlichen und haftungsrechtlichen Folgen ist insbesondere in kritischen Fällen die Insolvenzantragspflicht und das Vorliegen einer Corona bedingten Aussetzung durch fachjuristische Expertise zu prüfen.

Bei der Bewältigung aller mit der Pandemie zusammenhängenden Probleme wünsche ich Ihnen in den nächsten Wochen und Monaten viel Erfolg und grüße Sie herzlich.

Ihr Heinz Schlüter