Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 01. Juli 2021 besteht zwar keine Home-Office Pflicht; wir ermöglichen allerdings weiterhin das Arbeiten am heimischen Arbeitsplatz, der hinsichtlich der Technik vergleichbar ausgestattet ist wie die Arbeitsplätze im Büro. In den Kanzleiräumen werden die in der
Corona-Arbeitsschutzverordnung vorgeschriebenen Hygiene-Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen selbstverständlich beachtet.

Die bisherigen Erfahrungen und Meinungen der Mitarbeiter*Innen zeigen deutlich, dass bei allen Vorteilen, die das Arbeiten im Home-Office und der Kommunikation über digitale Medien bietet, der Wunsch nach Präsenz und persönlichen Austausch in den Kanzleiräumen wieder größer wird. Für die kurz-, mittel- und langfristige Zukunft werden wir – auch abhängig vom aktuellen Infektionsgeschehen – individuelle Konzepte entwickeln, die eine jeweils optimale Mischung und Gewichtung der Arbeit in den Räumen der Kanzlei und im Home-Office ermöglichen.

Wie die Regierung auf eine Kleine Anfrage im Bundestag mitteilte, sind im vergangenen Jahr 2020 rund 30.000 Betriebe weniger von den Finanzbehörden geprüft worden. Waren es 2019 noch rund 188.000 Fälle, sank die Zahl in 2020 auf rund 159.000; die Prüfquote sei somit

von 2,2 auf 1,8 Prozent gesunken. Im selben Zeitraum hätte sich die Zahl der Prüfer von

13.240 auf 12.660 vermindert. Die Bundesregierung gehe davon aus, „dass die von den Ländern verhängten Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Tätigkeit der Steuerprüfer hatten.

Der 5. Senat des Finanzgerichts Münster hatte zu entscheiden (Urteil 5 K 2414/19 vom 26.11.2019), ob Umsätze eines Zauberkünstlers dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % oder dem Regelsatz von 19 % unterliegen. Der Kläger bot als selbstständiger Zauberkünstler neben der „klassischen Manipulation“ auch jährliche Auftritte als „Nikolaus“ an und forderte die bei Theatervorführung und Konzerten für ausübende Künstler mögliche Ermäßigung der Umsatzsteuer.

Das Finanzgericht stellte in der Urteilsbegründung fest, dass es sich bei dem Kläger um einen „ausübenden Künstler“ handele, der mit seiner Tätigkeit als Zauberer „eine einer Theatervorführung vergleichbare Darbietungen erbringe“, denn er habe „eigenschöpferische Leistungen in einem theaterähnlichen Rahmen erbracht“ und hätte somit Anspruch auf den ermäßigten Steuersatz von 7 %. Für die Vorführungen des Klägers als „Nikolaus“ versagte das Finanzgericht allerdings – ungeachtet der Freude, die der Nikolaus dem Publikum bereitet – die Begünstigung; hier werden weiterhin 19 % Umsatzsteuer fällig.

Nutzen Sie die Zeit bis „Nikolaus“, verbringen Sie angenehme Tage und Wochen bei schönem Wetter, niedrigen Infektionszahlen und bleiben Sie vor allem gesund!

Herzlichst Ihr Heinz Schlüter