mdbf_06_21.pdf (214 kB)

Sehr geehrte Damen und Herren,

angesichts der mit dem pandemiebedingten Lockdown verbundenen organisatorischen Erschwernissen hatte der Gesetzgeber frühzeitig auf die wirtschaftlichen Auswirkungen reagiert und schon in 2020 verfügt, dass es für die Zulässigkeit der Eintragung genügt, wenn die Bilanz auf einen höchstens 12 (statt bisher 8) Monate vor der Anmeldung zum Handelsregister liegenden Stichtag aufgestellt worden ist. Diese zunächst auf Anmeldungen im Kalenderjahr 2020 beschränkte Ausweitung der rückwirkenden Umwandlungsfristen wurde am 20.10.2020 auf die Zeit bis 31.12.2021 verlängert.

 

Diesen umwandlungsrechtlichen Verlängerungen durch das BMJV (Bundesjustizministerium) schloss sich folgerichtig auch das BMF (Finanzministerium) an und verlängerte die entsprechenden steuerlichen Umwandlungsfristen von 8 auf 12 Monate - zunächst für Anmeldungen im Jahr 2020 – und schließlich mit Wirkung ab 01.01.2021 für Anmeldungen zur Eintragung und Einbringungsvertragsabschlüsse, die im Jahr 2021 erfolgen.

 

Eine Umwandlung, die bis zum 31.12.2021 angemeldet wird, bzw. deren Einbringungsvertrag bis zu diesem Stichtag geschlossen wird, darf nun auf einer Bilanz basieren, deren Stichtag höchsten 12 Monate zurückliegt. Aus Sicht der Steuerberatung ist die Fristausweitung auch im Kontext der am 28.01.2021 beschlossenen Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärungen 2019 bis zum 31.08.2021 zu sehen. Nach Abwicklung der Überbrückungshilfen und Abgabe der letzten Steuererklärungen für 2019 bleibt ein erweiterter zeitlicher Korridor zur Umsetzung von Umwandlungen mit Rückwirkung auf den 31.12.2020.

 

Kosten für Homeoffice können wie folgt steuermindernd angesetzt werden:

Bei räumlich abgetrenntem Arbeitszimmer:

Anteilige Miete und Kosten (ohne Begrenzung), wenn HO Tätigkeitsmittelpunkt ist;

Bei teilweisem „Zwang“ zum HO; anteilige Kosten bis maximal 1.250 Euro im Jahr.

Alternativ: Neue „Homeoffice-Pauschale“: 5 Euro pro Tag, höchstens 600 Euro im Jahr.

Die Finanzverwaltung (FinMin Baden Württemberg) hält weiterhin an ihrer Auffassung fest, dass der Steuerpflichtige den Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts durch ein Gutachten des zuständigen Gutachterausschusses oder eines Sachverständigen, der über besondere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Bewertung von Grundstücken verfügt, erbringen kann.

Genießen Sie die mit dem Sommer kommenden Erleichterungen bei den „Coronaregeln“ und bleiben Sie zuversichtlich und gesund!

 

Herzlichst Ihr Heinz Schlüter